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4. April 2012
Sechseläutenwiese oder Granitplatz?

Bald ist das neue Opern-Parkhaus fertig gebaut und hat der Missbrauch der Sechseläutenwiese als Autoparkplatz ein Ende. Nun wäre die Zeit gekommen, den Sechseläutenplatz wieder so herzustellen, wie er früher war. Nur noch im April Sechseläuten, dann Circus Knie, und nachher wieder Wiese, nicht noch all die "Events", mit denen der Platz bisher völlig übernutzt wurde!
 
Der Metropolenwahn treibt eine neue Blüte ...
So einfach wäre das. Doch der Stadtrat will in seinem Metropolenfimmel wieder einmal einen "grossen Wurf" hinlegen. So wurde statt der simplen Wiederherstellung der Sechseläutenwiese als Erstes ein Architekturwettbewerb veranstaltet, wie man den "Platz von internationaler Bedeutung" neu gestalten könnte. Das Resultat ist nun, dass die Sechseläutenwiese für über 17 Millionen Franken mit einem Luxus-Belag aus Granit zugepflastert werden soll. Damit dieser hält, kommt eine 20 Zentimeter dicke Betonschicht darunter. Man kann sich leicht vorstellen, wie heiss es im Sommer in dieser Steinwüste sein wird. Da helfen auch die 51 Bäume nicht, die nicht etwa auf Wiesen-, sondern auf Kiesinseln gepflanzt werden sollen. Dazu gibt es ein Wasserspiel, ein Boulevardcafé und eine grosse Feuerstelle mit Stahlplatten. Und selbstverständlich gehört auch eine grossartige Beleuchtung gemäss dem ominösen "Plan Lumière" dazu, mit Mastleuchten auf den Kiesinseln, ganz im Sinne des Energiesparens. Der grosse Haken an dieser übermöblierten, grandiosen "Begegnungsstätte" bleibt, dass rundum der Autoverkehr braust. Und so richtig gemütlich wird es auf dem "international bedeutenden grössten innerstädtischen Platz der Schweiz" (Originalton Zürcher Stadtrat) erst, wenn einem die Velofahrer kreuz und quer um die Ohren sausen dürfen ...
 
Da lacht sich ja der "Böögg" tot ...
Damit die Zünfte am Sechseläuten ihren Umritt um den "Böögg" durchführen können, muss jedes Jahr um diese Zeit ein "loses Substrat" auf die Granitfläche geschüttet (und nachher wieder entfernt) werden. Weil auch die Stahlplatten-Feuerstelle nicht sechseläutentauglich ist, muss sie zu diesem Anlass mit einer Lage Schamottplatten abgedeckt werden. Einen solchen Unsinn kann sich wirklich nur ein preisgekrönter Architekt ausdenken ...
 
Das Volk soll entscheiden!
Die bürgerlichen Parteien regen sich vor allem auf, weil das Utoquai inskünftig um eine Fahrspur schmaler würde. Man kann sich tatsächlich fragen, ob dies am meistbefahrenen Verkehrsknotenpunkt weit und breit sinnvoll ist. Doch deswegen hätten wir Schweizer Demokraten gewiss nicht mitgeholfen, ein Referendum zu ergreifen. Uns geht es darum, dass der Sechseläutenplatz in seiner alten Form wieder hergestellt und weniger übernutzt werden soll. Mit den 17 Millionen, welche der Stadtrat für sein international bedeutendes Granit-Denkmal ausgeben will, könnte man die Sechseläutenwiese locker 100 Jahre lang pflegen und unterhalten. Damit die Zürcherinnen und Zürcher das letzte Wort haben, ob aus ihrer Sechseläutenwiese eine gigantische Fläche aus Granit werden soll, haben wir Schweizer Demokraten im Gemeinderat das Behördenreferendum mit unterschrieben.

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