Ein Dossier voller Irrtümer:
Die Übergangsfristen
Der Irrtum, Übergangsfristen würden
negative Effekte verhindern
Der Bundesrat rühmt sich, beim Personenverkehr
in langen Verhandlungen eine optimale Lösung für
unser Land herausgeholt zu haben.
An der Sache selbst wurde gar
nichts verhandelt
Man beachte aber, dass der Bundesrat mit der EU gar nicht darüber
verhandelte, ob der freie Personenverkehr zu unseren Gunsten
relativiert werden könnte (z.B. hat Liechtenstein eine
Lösung mit Maximalgrenzen ausgehandelt). Verhandelt wurde
nur über „Übergangsfristen“, also um
die Frage, wie schnell die Personenfreizügigkeit eingeführt
werden muss. Damit kann der Schweizer Stimmbürger nur „Ja“ oder „Nein“ zur
vollen Personenfreizügigkeit sagen, Zwischen-Alternativen
hat er nicht.
Übergangsfristen bringen
nichts
Bei einem Dammbruch nivelliert sich das Wasser sofort, der
Wasserpegel gleicht sich sofort aus. Bei zähflüssigem
Honig dauert es viel länger, aber die Nivellierung kommt
trotzdem mit unausweichlicher Sicherheit. Dasselbe gilt bei
der Personenfreizügigkeit; auch hier kommen Nivellierung
und die schädlichen Effekte erst langfristig.
Binsenwahrheit Nr. 9:
Für die Schweiz mit ihrer mehr als 700 Jahre
langen Geschichte spielen fünf oder zehn Jahre früher
oder später überhaupt keine Rolle.
Wird die Personenfreizügigkeit mit ärmeren
Ländern eingeführt, geht es für ein reiches
Land abwärts. Bei solcher Tragweite spielen einige Jahre
früher oder später absolut keine Rolle. Die Dauer
der Übergangsfristen ist bedeutungslos.
Die Fristen haben sogar einen
irreführenden Effekt
Der Bundesrat hat ausgehandelt, dass wir 2009 noch einmal darüber
abstimmen können, ob am freien Personenverkehr festzuhalten
sei. Übergangsfristen dienen dazu, negative Effekte vorläufig
abzuschwächen. Somit wird das Schweizer Volk insofern
irregeführt, als es 2009 die wahren Folgen noch gar nicht
sehen kann.
Politiker hätten eine
langfristige Verantwortung
Politiker hätten die Verantwortung, nicht nur an die nächsten
Wahlen, sondern langfristig zu denken. Sie müssten die
langfristigen Wirkungen ihrer „Öffnungspolitik“ aufzeigen.
Sie tun aber so, als würde die Personenfreizügigkeit
keine nennenswerte zusätzliche Einwanderung bringen. Dabei
sind ihre Behauptungen und Voraussagen so falsch wie bei der Öffnung
der Grenzen für die 40-Tonnen-Lastwagen. Nur wird beim
Personenverkehr erst in ein, zwei Generationen sichtbar sein,
was angerichtet wurde; während bei den Lastwagen die Prognosen
(es gäbe keine Lastwagenlawine) schon nach wenigen Wochen über
den Haufen geworfen waren.
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