Es
wird eng in der Schweiz!
Votum von Bernhard Hess, e. Nationalrat, SD-Geschäftsführer,
Bern, anlässlich der SD-Zentralvorstandssitzung vom 15. Januar
2011 zur Lancierung der SD-Volksinitiative «für eine
Stabilisierung der Gesamtbevölkerung»
«Es wird eng in der Schweiz. Unser kleines
Land zählt heute mit 7,8 Millionen Menschen eine halbe Million
mehr Einwohner als noch vor zehn Jahren. Die Zunahme ist prozentual
stärker als überall sonst in Europa. 500 Menschen leben
durchschnittlich auf pro bebaubarem Quadratkilometer – die
Schweiz ist eines der am dichtest bevölkerten Länder
der Welt!
Was die ungebremste Massenzuwanderung, verursacht
durch den unbändigen Wachstumsglauben der letzten Jahrzehnte
hierzulande angerichtet hat, zeigen folgende Problemkreise eindrücklich
auf:
1. Strasse und Bahn
Dass die Schweiz immer dichter bevölkert ist, spürt
man fast überall – Beispiel Stassenverkehr: 1975 waren
in der Schweiz 2,12 Millionen Motorfahrzeuge
registriert. 1990 waren es 3,37 Millionen und 2007
bereits 5,2 Millionen. Die Zahl ausländischer Autofahrer,
die den Führerausweis ihres Heimatlandes gegen einen Schweizer
Ausweis tauschen, stieg seit 1999 je nach Kanton zwischen 50
und 350 Prozent. Beispiel Bahnverkehr: SBB-CEO Andreas Meyer
rechnet damit, dass das Passagieraufkommen
zwischen Bern und Zürich bis 2030 «um bis zu 90 Prozent» zunehmen
wird. Der SBB-Fahrplan stösst bereits jetzt an Kapazitätsgrenzen – beinahe
sämtliche Züge sind schon heute übervoll.
2. Wohnungsnot
Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat am Stichtag, dem 1.
Juni 2008, rund 37'000 leere Wohnungen gezählt – 8
Prozent weniger als im Jahr zuvor. Das heisst, nur 0.97
Prozent aller Wohnungen standen leer. Damit sank die Leerwohnungsziffer
seit 2005 erstmals wieder unter 1 Prozent. Dieser Trend hält
bis heute unvermindert an.
Die regionale Betrachtung zeigt, dass 2008 alle
Grossregionen rückläufige Leerwohnungsziffern ausweisen,
wobei die Grossregion Zürich den stärksten Rückgang
vermeldete – von 0,80 auf 0,61 Prozent. In den Agglomerationen
der fünf grössten Städte sank
laut dem BFS die Leerwohnungsziffer innert zehn Jahren von 1,06
auf 0,59 Prozent.
3. Freizeit
Es wird eng, auch auf dem Wasser. An den Ufern des Zürichsees
stehen rund 9'100 Bootsanlegeplätze zur Verfügung.
Inzwischen gibt es aber allein im Kanton Zürich 11'500
registrierte Boote. Schwierig die Situation auch an Land:
Stefan Zweifel, Dozent am Institut Umwelt und Natürliche
Ressourcen an der Zürcher Hochschule für Angewandte
Wissenschaften, warnt bereits ganz konkret vor der Übernutzung
von Landschaften im Grossraum Zürich durch Freizeitsportler
und Ausflügler. Überlaufen werden aber auch Freizeitanlagen:
Als vor mehr als zwei Jahren in Bern das Einkaufszentrum «Westside» eröffnet
wurde, strömten 70'000 Besucher hin – das
Vierfache dessen, was die Betreiber erwartet hatten.
4. Zersiedelung
Obwalden sorgte für Schlagzeilen, weil dort ausserhalb
der Bauzonen Bauland für Reiche reserviert werden
sollte. Erst die Obwaldner Stimmbürger machten diesem Ansinnen
an der Urne einen Strich durch die Rechnung.
Täglich wird in der Schweiz die
Fläche von 5,5 Fussballfeldern verbaut. Seit 1999
sind gemäss Bundesamt für Statistik so 11'000 Hektaren
fruchtbares Land «verbetoniert» worden. Mit einer
Revision des Raumplanungsgesetzes versucht der Bund, wenn auch
nur halbherzig, hier Gegensteuer zu geben. Zudem sind Initiativen
hängig, die der Zersiedelung der Landschaft Einhalt bieten
wollen. Wir von den SD haben die Volksbegehren von Franz Weber
im Sammelstadium unterstützt; die SVP lehnte diese im
Parlament geschlossen ab!
5. Strom
Der Elektrizitätsverbrauch der Schweiz ist im vergangenen
Jahr um 2,3 Prozent auf 58,7 Milliarden Kilowattstunden
(kWh) gestiegen – und erreicht damit einen neuen
Rekord. Das Bundesamt für Energie (BFE) begründet den
höheren Konsum mit dem Wirtschaftswachstum, der kälteren
Witterung sowie dem Anstieg der ständigen Wohnbevölkerung
um 91'800 Personen.
Der Stromverbrauch lang in den letzten Jahren bei
gut 7'500 kWh pro Kopf. Bereits 2008 kletterte der durchschnittliche
Konsum auf 7'700 kWh. Und er dürfte weiter ansteigen,
werden doch immer mehr fossile Energien durch Strom ersetzt.
Nicht nur SVP-Kreise wünschen sich rentable
Ausländer und da gibt es für gewisse Kreise keine Limite
nach oben. Geld regiert eben die Welt! Oberstes
Ziel muss es doch sein, die Lebensqualität der hiesigen
Bevölkerung zu maximieren. Das geschieht nicht durch Wachstum
um jeden Preis.
Aus all diesen Gründen empfehle ich Ihnen,
der Lancierung der Volksinitiative «für eine Stabilisierung
der Gesamtbevölkerung» zu Handen der Delegiertenversammlung
zuzustimmen.
Es gilt das gesprochene Wort
• Dieses Dokument als .pdf runterladen