Zeitbombe
Atomenergie
AKW – der Selbstmord-Versuch der
modernen Gesellschaft!
Ein Kommentar zu aktuellem Anlass von a.NR Valentin J. Oehen (März
2011)
Albert Einstein soll einmal gesagt haben:
Es gibt zwei grenzenlose Unendlichkeiten in unserer Welt:
Die eine ist die Dummheit der Menschen;
die andere ist die Grösse des Universums.
Der ersteren bin ich mir sicher;
der andern nicht!
Unter diesem Eindruck stand ich im Januar dieses
Jahres (2011) angesichts der politischen Auseinandersetzung um
die Konsultativ-Abstimmung im Kanton Bern über die Frage,
ob ein neues Atomkraftwerk geplant werden soll oder nicht. – Bekanntlich
gewannen mit wenig über 50% der Stimmenden die Befürworter.
14 Tage vor der Abstimmung verfasste ich deshalb den untenstehenden
Leserbrief. Er wurde im BZ – Forum der Berner Zeitung am
28.1.2011 veröffentlicht. Er lautet:
Grossrat Philippe Müller drischt in seinem
Leserbrief leeres Stroh, genauso wie die ultimativen Befürworter
der alternativen Energien. Tatsachen sind: AKW sind eine derart
gefahrenbelastete Technik, dass sowohl die Technik, wie auch
die mit ihr arbeitenden Menschen 100% vollkommen (=fehlerfrei)
sein müssten, soll ein GAU ausgeschlossen werden können.
Diese Vollkommenheit ist aber unmöglich – deshalb
sind AKW in einer dicht besiedelten Gegend wie die Schweiz es
ist, ein russisches Roulette! Das Problem der risikolosen Energieversorgung
ist unlösbar, solange unsere Gesellschaft am Dauerwachstum
festhält. Jeder Fortschritt wird durch die Maxime sabotiert,
dass unsere Wirtschaft jederzeit, jede gewünschte Menge
Energie zu günstigen Preisen zur Verfügung haben müsse.
Eine wirkliche Lösung der Energiefrage ist nur zu erreichen,
wenn die Maxime geändert wird auf
„Unsere Wirtschaft hat mit der Menge
Energie auszukommen, welche die Gesellschaft ohne Gefährdung
von Mensch und Umwelt zur Verfügung stellen kann.“
Blick zurück im Zorn!
Die Nationale Aktion – die Vorläuferin der Schweizer
Demokraten – kämpfte vor 40 Jahren sehr energisch
gegen die Nutzung der Atom-Energie sowohl für sogenannt
friedliche Zwecke, wie selbstverständlich auch für
deren militärische Nutzung. Im Aktionskomitee „Kaiseraugst“ wirkte
der spätere Präsident und Nationalrat Rudolf Keller
im Namen der Nationalen Aktion.
An der grossen Demonstration in Kaiseraugst hielt der damalige
Zentralpräsident der NA V.J. Oehen eine Rede. Im Parlament
war er buchstäblich der einzige Parlamentarier der die Besetzung
des Geländes von Kaiseraugst ohne „wenn und aber“ als
legitimen Akt der Notwehr des Volkes verteidigte.
Gleichzeitig publizierten wir eine Reihe von Inseraten
in der Tagespresse, in welchen wir auf die unverantwortbaren
Gefahren der Atomkraftwerke aufmerksam machten. Möglich
machten dies grossherzige Spender, wobei an dieser Stelle vor
allem unsere damalige Mitarbeiterin Frau Lilly Rohr zu erwähnen
ist, die ein beachtliches Vermögen für unseren Kampf,
im Interesse des Volkes und gegen die Wirtschaftsmächtigen,
zur Verfügung stellte.
Leider wurden wir nicht genügend ernst genommen.
Die Interessen der Wachstums-Wirtschaft siegten; die Gefahren
aber blieben.
Und dann kam Tschernobyl im Jahre 1986. Zahlreiche
Bürgerliche kamen zur Einsicht, dass die Gesellschaft einen
falschen, gefährlichen Weg ging. Wiederum war es aber einzig
unser Vertreter, der den Rat zu einer Gedenkminute aufrief für
alle die Opfer dieses Wahnsinns. Aber wirklich umschwenken wollten
die Parlamentarier nicht, da das Thema inzwischen von den Linken
und den Ganz-Linken vereinnahmt worden war. Damit war das existentiell
wichtige Anliegen korrumpiert. Die mehrheitlich bürgerliche
Schweiz mochte sich nicht mehr ernsthaft mit der Thematik befassen.
Leider!
Politische Programmatik der NA/Schweizer
Demokraten!
Schon ab 1973 flossen unsere Erkenntnisse in unser politisches
Programm ein. Mit wenig Ergänzungen und Abänderungen
ist dieses die bis heute gültige Grundlage der Schweizer
Demokraten für die politische Arbeit auf diesem Gebiet.
Viele unserer Forderungen haben inzwischen in die Tagespolitik
Eingang gefunden. Andere werden nach wie vor abgelehnt. Es scheint
mir deshalb richtig, dieses Programm hier zu zitieren:
Die Energiepolitik darf sich
nicht nach den vermeintlich zwingenden Bedürfnissen von
Wirtschaft und Konsumenten richten, weil der Energieverbrauch
ohne wirksamen Gegendruck stetig zunehmen wird.
Vielmehr muss die Forschung Wege aufzeigen,
wie der Energieverbrauch verringert werden kann. Jeder Mehrverbrauch
belastet die Umwelt.
Je mehr Energie in ein System eingeführt
wird, umso mehr wird dessen Wachstum angeheizt und umso störungsanfälliger
wird es.
Wir fordern:
Und vor allem - mittelfristig
den Ausstieg aus der Atomenergie!
Die geneigte Leserschaft möge selber urteilen, wie fortschrittlich
und zukunftsgerichtet unsere Arbeit schon vor 40 Jahren konzipiert
war.
Die japanische Katastrophe – ein
Wendepunkt?
Beim Schreiben dieser Zeilen ist das Ausmass der atomaren Katastrophe
in Japan noch unabsehbar. Sicher ist aber bereits jetzt, dass
die verantwortlichen politischen Behörden und ihre wissenschaftlich–technischen
Berater schwer unter Druck kommen werden. Sicher
können wir so wie bis anhin nicht weiterfahren. Insbesondere
wird neben allen technischen Neuerungen in Zukunft auch die ganzheitliche
Sichtweise (=ökologische) – eingeschlossen die Wachstumsproblematik – zur
Geltung kommen müssen. Sonst gibt es keine wirkliche Lösungen
der Menschheitsprobleme – die Katastrophen kommen einfach
später!
Und die Abfall-Entsorgung!
Diese ist weder auf dem Papier – noch viel weniger in der
Praxis gelöst. Ein Atommüll-Lager muss für Millionen
von Jahren halten und demzufolge Eiszeiten und zahllose Erdbeben überstehen
können. Die von der NAGRA vorgeschlagenen Lösungen
entsprechen aber nur dem Vorgehen eines schlechten Handwerkers
mit dem Motto: „Aus den Augen – aus dem Sinn!“ Und
man will den kommenden Generationen Kuckuckseier ins Nest legen!
- Wie aus den Uralt – AKWs von Oklo (Gabun) zu schliessen
ist, brauchen wir Zeiträume von Hunderten von Jahrtausenden
bis das „strahlende“ Problem auf natürliche
Weise gelöst ist.
Es gibt nur eine anständige Antwort auf die
offenen Fragen: Verzichten! Verzichten auf
die Produktion radioaktiver Stoffe, also keine Kernspaltung – weder
für friedliche Ziele, noch viel weniger für kriegerische
Zwecke!
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