Ein Dossier voller Irrtümer:
Nur 10 Länder
Der Irrtum, es gehe nur um die 10 Länder,
die am 1.5.2004 beitraten
Die Ausgangsposition für den Stimmbürger
ist verwirrend, weil die „Abschaffung der Grenzkontrollen
im Rahmen von Schengen“ und die „freie Einwanderung
aus den Oststaaten wegen der Ausweitung der Personenfreizügigkeit“ zeitlich
zusammenfallen. Beide Geschäfte werden im Parlament in
der Wintersession 2004 behandelt, nach Erhebung des Referendums
(Sammeln von 50'000 Unterschriften) kommt es voraussichtlich
in beiden Fällen im Juni 2005 zur Volksabstimmung.
Nichts zu tun mit den Bilateralen Verträgen
Die Ausweitung des freien Personenverkehrs auf die neuen EU-Staaten
hat nichts zu tun mit den „Bilateralen Verträgen
II“. Die zwei Themen fallen zeitlich nur zufälligerweise
zusammen, weil am 1. Mai 2004 zehn neue Länder der EU
beigetreten sind („EU-Ost-Erweiterung“). In der
Volksabstimmung im Juni 2005 werden zwei Wahlzettel auszufüllen
sein. Beim einen geht es bei den „Bilateralen II“ um
die Frage, ob wir „Schengen/Dublin“ beitreten
wollen (u.a. Abschaffung der Grenzkontrollen); beim anderen
geht es beim freien Personenverkehr darum, ob neu auch die
Bürger von Estland, Lettland Litauen, Tschechien, Slowakei,
Polen, Ungarn, Slowenien, Malta und Zypern den Rechtsanspruch
erhalten sollen, in die Schweiz zu ziehen.
Der jetzige Entscheid hat aber auch nichts mit
der Gültigkeit der Bilateralen I zu tun, über die
wir im Mai 2000 abgestimmt haben. Dies wurde eben in Kapitel
8 dargelegt.
Hingegen geht es faktisch um weitere Staaten
Sehr wichtig ist allerdings: Wenn nun bei der EU-Ost-Erweiterung „Ja“ zur
Personenfreizügigkeit gesagt wird, ist es illusorisch
zu glauben, dass die Schweiz bei künftigen EU-Erweiterungen
je wieder wird „Nein“ sagen können. Dabei
ist zu beachten:
Bereits auf ca. 2008 ist der EU-Beitritt von Rumänien
und Bulgarien geplant. Besonders aus Rumänien droht schädliche
Zuwanderung, da dort viele Menschen in grösster Armut
und ohne festen Wohnsitz („Fahrende“) leben. Als
nächstes dürften die Balkanstaaten (Kroatien, Serbien
inkl. Kosovo, Bosnien, Mazedonien, Albanien) folgen, denn die
EU setzt auf die Strategie, diese Staaten so rasch wie möglich
zu integrieren. Spätestens beim EU-Beitritt dieser Länder
würde die Schweiz (wegen der Sogwirkung der bereits hier
lebenden Balkan-Angehörigen) eine schädliche Masseneinwanderung
erleben, die unser Land nicht verkraften könnte. Und schliesslich
ist möglich, dass in absehbarer Zeit die Türkei doch
noch in die EU aufgenommen würde, womit auf einen Schlag über
70 Millionen EU-Bürger dazu kämen. Entsprechend hätte
die Schweiz mit zusätzlicher Einwanderung zu rechnen.
Binsenwahrheit Nr. 10:
Spätestens beim EU-Beitritt der Balkan-Länder
würde die Schweiz eine Masseneinwanderung erleben, die
unser Land nicht verkraften könnte.
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